unserE Geschichte

Verlagsgründer Julius Neumann (21. September 1844 bis 30. Mai 1928)
Verlagsgründer Julius Neumann (21. September 1844 bis 30. Mai 1928)

Sicherlich bieten mehr als 140 Jahre Verlagsgeschichte, in denen Neumann-Neudamm zwei Weltkriege, drei Währungen und vier Staatsformen überdauert hat, genug Stoff, um ein gar nicht so dünnes Buch zu füllen. An dieser Stelle folgt daher nur ein kleiner Überblick: 

 

Zu Kaisers Zeiten

Im allgemeinen Aufschwung des Deutschen Reiches kurz nach seiner Gründung kauft im Jahr 1872 ein junger Berliner Schriftsetzer in der preußischen Provinz der Mark Brandenburg eine kleine Druckerei. 600 Taler zahlt er für eine Handpresse, vier Regale und einige Zentner Schrift. Der damals 28-jährige Julius Neumann erwirbt mit der Druckerei ein ländliches Wochenblatt mit 144 Abonnenten und wird so zum Zeitungsverleger.

Nach kurzer Zeit kann sich die Druckerei etablieren, das Wochenblatt wird zur Tageszeitung und die ersten eigenen Bücher erscheinen. Sämtliche Gewinne werden stets in neue Technik investiert. Der Betrieb wächst schnell. Ein wichtiges Standbein sind für den jungen Verleger dabei die anzeigenfinanzierten Blätter – insbesondere für die Landwirtschaft, aber auch für Tuch- und Wollweber, für Apotheker und die Lederindustrie.

1883 kauft Julius Neumann die Deutsche Jägerzeitung von deren bisherigem Herausgeber Freiherr von Hirschfeld. Die Zeitung hat damals 200 Abonnenten. Durch eine offensive Verkaufsstrategie sind es 10 Jahre später bereits 15.000 Abonnenten. 1886 kommt die Deutsche Forst-Zeitung dazu. 1890 errichtet Julius Neumann ein modernes Druckereigebäude in Neudamm (vorher waren die Druckmaschinen teilweise in Mietwohnungen untergebracht), bereits über 100 Mitarbeiter finden im Verlag Beschäftigung.

 

Stärken ausbauen

Bis zum Jahr 1922 – dem 50. Firmenjubiläum – entwickelt sich der Verlag nicht nur zum „grünen“ Verlagshaus, sondern betreibt auch eigene Versuchsstationen für Forstwirtschaft, Landwirtschaft, Fischzucht, eine Schießanlage als ballistische Forschungsstation und einen eigenen Gutsbetrieb. 1922 übergibt Julius Neumann den Betrieb offiziell an seine Söhne Johannes, Walther und Curt, zieht sich aus dem Geschäftsleben jedoch nie ganz zurück. Als er 1928 stirbt, hat der Betrieb zeitweilig 500 Mitarbeiter, die Deutsche Jägerzeitung über 40.000 Abonnenten. Zahlreiche lokale Tages- und Wochenzeitungen erscheinen im Verlagshaus von J. Neumann-Neudamm.

 

Der Verlag im Dritten Reich

Mit der Gleichschaltung der Medien durch die nationalsozialistische Regierung 1934 verliert der Verlag zahlreiche Wochen- und Tagesblätter. Die Schießanlage in Neumannswalde und andere verlagseigene Institute werden 1936 durch staatliche Stellen übernommen. Auf der anderen Seite wird die Deutsche Jägerzeitung zum Zentralorgan der Deutschen Jägerschaft und gewinnt somit mehr als das Doppelte ihrer Auflage.

 

Trennung und Neubeginn

1945 bedeutet die Neuziehung der Grenzen auch den vollständigen Verlust aller Produktionsmittel. 1947 wird der „Neumann-Verlag“ durch einen zurückgekehrten Gesellschafter in Radebeul neu gegründet, die erste Publikation ist eine Broschüre über den Selbstanbau von Tabak mit einer Gesamtauflage von 180.000 Stück. 1949 lizenziert die Britische Besatzungsmacht in Lüneburg den Verlag J. Neumann-Neudamm und die „Deutsche Jägerzeitung“, ab 1950 ist der Verlagssitz Melsungen. 1958 wird der Radebeuler Verlag in die staatliche Buchgesellschaft Urania eingegliedert.

 

Heutiger Verlagssitz in Melsungen
Heutiger Verlagssitz in Melsungen

Der Verlag heute

Seit 2002 wird der Verlag J. Neumann-Neudamm als Aktiengesellschaft geführt. Heute leitet Heiko Schwartz, der Ur-Urenkel des Verlagsgründers, die Geschicke des Medienunternehmens, das er in eine geschickt angelegte Gruppe von Schwesterfirmen eingebettet hat. So arbeitet der jagdlich fokussierte Fachversender JANA Jagd + Natur seit 1998 unter Schwartz‘ Leitung erfolgreich daran mit, den Verlag unmittelbar mit seinen Lesern zu verbinden. Auch das ursprünglich reiche Angebot an Zeitschriften und Fachmagazinen wird seit 2009 wieder systematisch aufgebaut und wurde 2013 durch den Erwerb des Branchen-Magazins „WM-Intern“ sowie des „Büchsenmachers“ Anfang 2014 weiter abgerundet.

 

Darüber hinaus erweitert der Verlag seine Zielgruppe im Bereich der erlebnisorientierten Naturfreunde. Zu diesem Zweck ist unter anderem das Segment „Kochbücher und Naturratgeber" deutlich ausgeweitet worden.